Ev.-luth. KINDERGARTEN St. Trinitatis Liebenburg

Geschichte unseres Kindergartens

Das Gründungsdatum des Kindergartens der Ev.-luth. Kirchengemeinde ist nicht bekannt. Auf alle Fälle gab es ihn bereits vor 1934. In diesem Jahre wird er der Kirchengemeinde aus politischen Gründen enteignet.

Auch nach 1945 betreibt zunächst die Kommune den Kindergarten weiter, bis sie ihn 1948 schließt.

Am 15. März 1949 eröffnet ihn die Kirchengemeinde neu, zunächst im Gemeindehaus, mit zeitweise über 100 Kindern. Auf härtnäckiges Betreiben von Pastor Erich Wiese entschließt sich der Kirchenvorstand zum Umbau der alten Pfarrscheune zu einem schönen, modernen Kindergarten.

Diese alte Scheune ist Teil des im Jahre 1846 erbauten historischen Lewer Pfarrhofes, einem denkmalsgeschützten Dreiseitenhof, wie wir ihn so gut erhalten nur noch selten finden.

Am 27. März 1956 beginnt der Bau, am 15. Dezember 1956 kann er bereits feierlich eingeweiht werden. Der Bau ist damals ein großes finanzielles Wagnis, zunächst mehr auf Gottvertrauen als auf feste Finanzierungszusagen gegründet.

Die Kosten für den Bau und die Einrichtung belaufen sich auf ca. 75.000 DM, die jährliche Unterhaltung bei drei hauptamtlichen Mitarbeiterinnen auf 26.000 DM.

Bis zum Ende des Jahres 2003, über 47 Jahre, wachsen in diesem Kindergarten Liebenburger Kinder fröhlich und geborgen heran.

Pfarrhaus und alter Kindergarten in der ehemaligen Pfarrscheune

Der alte Kindergarten in der ehemaligen Pfarrscheune

Zur Rosenzeit

Ein historisches Photo: Erntedankfest des Kindergarten 1983

Seit Ende der 1980er Jahre wird die Raumsituation für Kinder und Mitarbeiterinnen immer unerträglicher, da immer mehr Familien die Bedeutung der Vorschulerziehung erkennen und die Ansprüche an die räumliche Ausstattung wachsen. Verschiedenste Umbau- und Ausbaupläne für das vorhandene Gebäude werden gründlich erwogen und wieder verworfen, da Nutzen und Kosten in kein vernünftiges Verhältnis zu bringen sind.

Zum Jahresbeginn 2001 spitzt sich die Raumsituation dramatisch zu, da mittlerweile ein gesetzlich garantierter Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz besteht. Manche Kinder finden nur nachmittags Platz oder müssen in Nachbarkindergärten ausweichen.

Der Kirchenvorstand bildet einen kleinen, aktiven, kreativen und durchsetzungsfähigen Planungsausschuß, um für das gemeinsame Vorgehen mit der Kommune Vorschläge zu erarbeiten.

Am 21. Juni 2001 findet der größte Elternabend, den wir je hatten, in der Aula der Grundschule statt. Alle politischen Vertreter machen feste Zusagen für einen Neubau. 

Am 18. Dezember 2001 beschließt der Gemeinderat den Neubau eines Kindergartens - auch das wieder ein finanzieller Kraftakt, für den der Kommune, der Ev.-luth. Landeskirche und Kirchengemeinde großer Dank und große Anerkennung gebühren! Ein Anbau am vorhandenen Kindergarten oder am Jugendheim, der ehemaligen Schule in der Lewerstraße, hat wegen der Emissionen der benachbarten Viehställe keine Chance auf Genehmigung. Einen Bau auf dem kircheneigenen Grundstück „Im Krome“ wünscht die Kommune nicht. Bauplatz wird das gemeindeeigene Grundstück im Gemeindepark an der Schäferwiese. Es gibt noch Auseinandersetzungen um die Frage, ob es ein Drei- oder Viergruppenkindergarten werden soll. Die Gemeinde stimmt schließlich dem Wunsch von Pastor und Kirchenvorstand nach vier Gruppen zu.

2003 beginnt der Neubau des Vier-Gruppen-Kindergartens auf der Obstwiese am Gemeindepark an der Schäferwiese - nach Planungen des Architekten Helmut Urbisch, Braunschweig. Am 21. August 2003 findet die feierliche Grundsteinlegung statt.

Bürgermeister Hubert Spaniol beim Richtspruch am 23. Oktober 2003

Am 3. April 2004 zieht der Kindergarten aus dem alten Gebäude aus. Es ist ein tränenreicher Abschied von einer langen, guten Phase unserer Arbeit, von dem alten, aber gemütlichen Gebäude voller Erinnerungen und Atmosphäre.

Ein Umzug durchs Dorf unter zahlreicher Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger und die Schlüsselübergabe des neuen Gebäudes und Grundstücks finden statt. Die Tränen sind getrocknet und die Freude und Dankbarkeit überwiegen.

Die Erstellungskosten belaufen sich einschließlich Inventar und Außenanlagen auf rund 1,2 Millionen Euro. Im ersten vollen Haushaltsjahr 2005 betragen die Gesamtkosten für Personal und Bewirtschaftung 376.000 Euro. Dazu kommen um die 1.700 von Eltern und Großeltern ehrenamtlich geleistete Arbeitsstunden. Der Neubau kostet also, gemessen an der Kaufkraft, 8,23-mal mehr als vor rund 50 Jahren, die laufenden Kosten sind 7,29-mal höher *). Sage also niemand, es werde zu wenig für Kinder und junge Familien getan!

Bürgermeister Hubert Spaniol überreicht den
symbolischen Schlüssel an Leiterin Elke Kiekhöfer

 

Jubel! Es ist geschafft!
Von links:
Bürgermeister Hubert Spaniol, Leiterin Elke Kiekhöfer, Architekt Helmut Urbisch

Das gute Werk ist gelungen, zum Wohle unserer Familien und der nächsten Generationen. Mögen unsere Kinder auch weiterhin fröhlich und geborgen hineinwachsen in eine friedliche Welt, getragen von der Liebe Gottes und der Menschen, geprägt vom Geist Jesu Christi.

 

B. K.

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*) Quelle: http://fredriks.de/HVV/kaufkraft.htm#Beispiele

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